Clean & Jerk CrossFit Challenge, so der klingende Name der Veranstaltung, zu der SportUp neulich geladen wurde. Isabella liebäugelte natürlich mit einer Teilnahme, hat sich aber mangels CrossFit-Erfahrung dann doch lieber auf die Rolle der Beobachterin eingelassen.

Fazit des Tages: Manchmal ist das Verlassen der eigenen Komfortzone der entscheidende Motivationsfaktor.

CrossFit – nicht mehr als perfektes Marketing?

CrossFit war mir bisher ehrlich gesagt ein wenig suspekt. Zugegeben, die gut geplante Marketingstrategie, die der angeschlagenen Adidastochter Reebok so quasi das Leben rettete, ist cool. Trotzdem wirkten der fast sektenhaft anmutende Charakter, die Verachtung des als „not functional“ verpönten Kraftsports und die Idee vom perfekten, allem anderen überlegenen Athleten ein wenig abschreckend.
Keine Trainingseinheiten, sondern WODs, keine Studios, sondern Boxes, keine langweiligen Übungen, sondern Moves mit werbestrategisch genial inszenierten englischen Namen – das alles macht aus simplem Zirkeltraining (und eigentlich ist CrossFit nichts Anderes) der Fitnessindustrie nächste Cash Cow.

Wenn vor Anstrengung kotzen erstrebenswert wird

Das eigentlich Faszinierende an dieser neuen Trendsportart ist das Konzept, das sich allen anderen schicken Fitnesstrends völlig entgegen stellt. Es wird eben keine Bikinifigur in drei Minuten versprochen, kein 10 Kilo-Gewichtsverlust in drei Tagen und keiner behauptet, dass es einfach wäre, die Übungen zu erlernen. Ganz im Gegenteil, mit Ehrfurcht wird von CrossFittern berichtet, die so an ihre Grenzen gehen, dass diverse Körperflüssigkeiten und Mageninhalte den crossfitten Körper schon mal auf einem anderen Wege verlassen, als vorgesehen.

Faszination CrossFit: Hier endet Deine Komfortzone

Clean & Jerk CrossFit Challenge (Foto: sportup.de)

Der Kampf gegen den eigenen Schweinehund

Sehr schön zu beobachten war der gemeinsame Spirit, der Kampf gegen eigene Grenzen und nicht der Kampf gegeneinander. Da wurde von den Mitstreitern angefeuert, von den Judges motivierend eingegriffen und allesamt wirkten die Teilnehmer der Clean & Jerk CrossFit Challenge wie eine große, eingeschworene Familie, der es vor allem um eines geht: das Verbessern der eigenen Leistungen.

Fit girls rule!

Klingt ziemlich anstrengend, nicht wahr? Daher überraschend, dass der Anteil der weiblichen Challenger durchaus respektabel hoch war. In den vielen Jahren im Kraftsport sind mir leider nur eine Handvoll Frauen begegnet, die tatsächlich ihr eigenes Ding durchgezogen haben und nicht nur gelangweilt am Stepper rumhingen und nach zwei Monaten (logischerweise) beschlossen, dass die Plackerei nix bringt … Es gibt also Hoffnung. Mädels, bleibt dran!

Was können wir vom CrossFit® Spirit lernen?

Okay, CrossFit® ist nicht jedermanns Sache. Die Verletzungsgefahr, das Training auf Zeit, der Mannschaftscharakter, all das sind Dinge, die aus CrossFit® sicher kein für alle Bedürfnisse geeignetes Trainingskonzept machen.
Eine Handvoll wesentliche Faktoren sind allerdings auch für andere Sportarten gültig. Ganz klar, der Trainer, das Programm, anstehende Wettkämpfe und noch einige Dinge wie genetische Voraussetzungen beeinflussen unsere tägliche Leistung. Was aber noch viel mehr ausmacht, ist die Umgebung, die Mitstreiter, die ganze Atmosphäre des Gyms (pardon der Box 😉 ), das Engagement Deiner Trainingspartner. Wenn Du noch so motiviert bist – umgib Dich niemals mit Menschen, die nur jammern! Du kannst Dein volles Potenzial nur in motivierender Umgebung ausschöpfen.

Training außerhalb der Komfortzone

Du bist der Star des Gyms? Oje. Du kannst von niemandem lernen, wirst von niemandem übertroffen und wirst auch größere Schwierigkeiten haben, Deine Komfortzone zu verlassen.
Beim CrossFit® geht’s genau darum – besiege Deine Schwächen. Eigentlich dann doch ganz sympathisch.

Weiterführende Links:
Ergebnisse der Clean & Jerk CrossFit Challenge

Clean & Jerk CrossFit Challenge (Foto: sportup.de)

Clean & Jerk CrossFit Challenge (Foto: sportup.de)

About Isabella

Isabella ist lizenzierter Fitnesstrainer und Ernährungscoach und natürlich sportverrückt.
Hauptsportarten: Intensives Krafttraining, Laufen (bevorzugt Sprints), Fitnessboxen, Bergwandern und die große Leidenschaft: Skifahren
Außerdem gerne Skitourengehen, Mountainbiken, Hundesport, Eishockey, Extreme Cooking 🙂

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