Wie man den richtigen Laufschuh für sich findet

Zuerst vorne weg: Ein Laufschuh ist nicht gleich ein Laufschuh. Bei der Ausrüstung eines jeden Läufers spielen Laufschuhe die wichtigste Rolle. Für den Läuferfuß ist die Wahl eines optimalen Laufschuhs sehr wichtig, weil der Schuh im Endeffekt für die Gesundheit des Fußes und des gesamten Bewegungsapparats verantwortlich ist.

Überlegen wir uns erst, was einen hochwertigen Laufschuh überhaupt ausmacht, weil in den Fachgeschäften die Auswahl an Laufschuhen so riesig ist, dass man schnell den Überblick verlieren kann.

Vier Kategorien der Laufschuhe

Die Laufschuhe werden grundsätzlich in vier Kategorien unterteilt: Bewegungskontrollschuhe, Leichtgewicht-Trainer, Dämpfungsschuhe und Stabilitätsschuhe. Je nach dem, welche Ziele man im Training verfolgt und wie der eigene Fuß gebaut ist, werden die Charaktereigenschaften des Schuhs beim Kauf entsprechend angepasst. Ein hochwertiger Laufschuh muss vor allem gut sitzen und einen optimalen Halt geben. Das wird in erster Linie durch die richtige Schnürung gewährleistet.

Die Schnürsenkel sollten möglichst stramm angezogen werden, damit der Fuß eine optimale Position im Schuh hat und so weit stabil ist, dass er beim Laufen nicht hin und her rutscht. Damit es nicht passiert, besitzen gute Laufschuhe ein Zugsystem mit der Mittelsohle. Bei Kauf des Laufschuhs muss man auch auf die Kleinigkeiten – wie beispielsweise auf die Form der Schnürsenkel – achten. Man soll sich merken, dass sich runde Schnürsenkel während des Lauftrainings schneller lösen als die abgeflachten.

Reicht ein Paar Laufschuhe aus?

Für Freizeitläufer, die lediglich ein- oder zweimal pro Woche laufen gehen, reicht ein Paar Schuhe völlig aus. Ist man öfters unterwegs, empfiehlt es sich, mehrere Paar Laufschuhe – mindestens zwei – im Schuhschrank zu haben, um bei jedem Lauf diese zu wechseln. Das hat einige Gründe: Haben Sie eine größere Auswahl, so nutzen sich die einzelnen Paare nicht so schnell ab. Darüber hinaus macht es Spaß, verschiedene Laufschuhe zu benutzen und nicht zu guter Letzt: Der ständige Wechsel beugt orthopädischen Überbelastungen und Verletzungen im Fußbereich vor, weil Gelenke und Bänder dabei auf unterschiedliche Weise beansprucht werden.

Achten Sie übrigens auch darauf, dass sich die Frauen- und Männerlaufschuhe voneinander erheblich unterscheiden. Ein Männerfuß ist in der Regel größer und breiter, vor allem im Zehenbereich und an der Ferse. Das Fußgelenk sitzt bei den Männern höher als bei den Frauen, ein Männerschuh ist auch im Spann etwas höher. Deshalb ist es keine gute Idee, wenn eine Frau einen Männerschuh kauft, nur weil er gut aussieht oder weniger kostet. Dasselbe gilt natürlich auch für Männer.

Des Weiteren sind Dämpfung und Stabilität die Merkmale, die beim Laufschuhkauf berücksichtigt werden sollen. Diese sind wiederum von dem eigenen Körpergewicht, Leistungsfähigkeit, dem persönlichen Laufstil und der Fuß-Form abhängig. Wenn man etwas mehr Gewicht auf die Waage bringt, braucht man dann Schuhe mit härterer Dämpfung. In der Regel bieten die Laufschuhhersteller bei ihren Schuhmodellen genaue Bezeichnungen der entsprechenden Gewichtskategorien an, damit die richtige Auswahl leichter getroffen werden kann.

Was die Stabilität eines Schuhs betrifft, es lässt sich diesbezüglich keine generelle Empfehlung geben. Man sollte sich jedoch eines merken: Zu stabile Schuhe sind für einen Läufer auch nicht die beste Wahl, weil er dadurch eine Verletzung provozieren kann. Schuhe mit der am stärksten ausgeprägten Stabilisation haben auch eine starke Pronationsstütze, was Probleme verursachen kann, wenn eine extreme Korrektur vorkommen sollte.

Deswegen sollte ein Schuh am besten erst nach einer eingehenden Laufbandanalyse des Laufstils und guter Beratung vor Ort gewählt werden.

Lauftraining in der Gruppe
Lauftraining in der Gruppe

Füße von unterschiedlicher Größe – was nun?

Kaum jemand hat Füße, die zu 100 Prozent gleich groß sind. Ob Sie auch zu dieser Gruppe gehören, können Sie schnell feststellen, indem Sie sich mit beiden Fersen an die Wand stellen und dann auf Ihre Zehen gucken. So können Sie gleich eine Abweichung erkennen. Sie können auch einen Umriss Ihrer Füße (z.B. mit einem Bleistift) anfertigen, diesen ausschneiden und die Abdrücke miteinander vergleichen. Auch wenn da Unterschiede zwischen links und rechts vorkommen sollten, ist es meistens nicht so schlimm. Größenunterschiede von etwa einer halben Schuhgröße lassen sich problemlos kaschieren. Vor allem der größere Fuß sollte über ausreichendem Spielraum im Zehenbereich verfügen. Eine stärkere Socke für den kleineren Fuß gleicht dagegen den Spielraum bei beiden Füßen gut aus. Oft reicht es eine individuell angepasste Schnürung aus, um einen ausreichenden Ausgleich zu schaffen.

Bei der Überlegung, einen neuen Laufschuh zu kaufen, müssen Sie auch den Laufuntergrund miteinbeziehen. Läuft man überwiegend auf asphaltierten Straßen oder befestigten Wegen, braucht man unbedingt einen gut gedämpften Laufschuh. Machen jedoch die Waldwege den Großteil der Laufstrecken aus, so sollten Sie einen eher flach konstruierten Schuh kaufen oder Sie legen sich gleich einen klassischen Trailschuh zu. Der Unterschied ist vor allem bei der Sohle sichtbar: Während ein reiner Straßenschuh eine nicht besonders griffige Sohle aufweist, haben Cross- oder Trailschuhe ein viel gröberes Profil.

Schauen Sie bei der Suche nach dem richtigen Laufschuh auch auf die Leistenform eines Schuhs. Wichtig ist unter anderem die Leistenbiegung: Die Sohle verläuft von der Ferse bis zum Zehenbereich entweder gerade oder sie ist gekrümmt. Bei Stabilschuhen ist die Leistenform meistens gerade, Wettkampfschuhe haben eine eher gekrümmte Form. Das, wie man mit dem Fuß aufsetzt (Zehenbereich, Mittelsohle oder Ferse), spielt dabei auch eine Rolle.

So lange ist ein Laufschuh einsetzbar

Auf den Laufschuh wirken im Training viele Kräfte, die ihn mit der Zeit unbrauchbar machen. Seine Lebensdauer ist von verschiedenen Merkmalen, wie wöchentliche Kilometerleistung, Körpergewicht, Trainingsintensität, Laufstil und Untergrund abhängig. Man kann allgemein sagen, dass ein guter Laufschuh mindestens 1.200 Kilometer aushalten müsste, aber, wie schon erwähnt, das kann je nach verarbeiteten Materialien und Schuhkategorie unterschiedlich ausfallen.

Wenn Sie einen guten Laufschuh kaufen wollen, müssen Sie schon mit einer Ausgabe von mindestens 90 Euro rechnen. Bedenken Sie jedoch, dass Sie damit auch in die Gesundheit Ihrer Füße investieren und dass ein hochwertiger Schuh auch länger als ein Laufschuh vom Discounter hält.

Weitere Tipps

In der Zusammenfassung noch einige nützliche Tipps für den Kauf von Laufschuhen:

  • Laufschuhe am besten abends oder nach einem gerade absolvierten Lauftraining kaufen. Die Füße sind dann so weit ausgedehnt, dass man die richtige Größe besser ermitteln kann.
  • nehmen Sie ins Geschäft Ihre alten Laufschuhe (falls vorhanden) mit. Der Charakter der Abnutzung kann wertvolle Informationen liefern und dadurch die Auswahl des Schuhs leichter gestalten.
  • keine Eile – planen Sie für den Kauf von Laufschuhen genügend Zeit ein. Wollen Sie sich im Fachgeschäft von einem Fachmann ausführlich beraten lassen, dann müssen Sie genügend Zeit mitbringen, damit man für Sie aus der Vielfallt der unzähligen Schuhmodelle das passendste findet.
  • Laufbandanalyse ist das A und O: Die Videoanalyse des Laufstils ist vor allem für die Laufanfänger geradezu notwendig. Nur so lässt sich genau feststellen, ob man ein „Supinierer“ oder „Pronierer“ ist oder halt einen neutralen Fuß hat (kommt selten vor). Dank Laufbandanalyse kann man einen Schuh gezielter auswählen, um dadurch eine Fußfehlstellung aufheben.

 

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